Projektunterricht

Defending
02.05.2017-05.05.2017

In unserer diesjährigen Projektwoche haben wir das Defending Team aus Hamburg eingeladen. Unsere Kinder sollen bei dem Projekt lernen, wie sie bewusst und aktiv die Verantwortung für ihre eigene Sicherheit übernehmen können.

Hierbei kommt es nicht darauf an, so viele Selbstverteidigungstechniken wie möglich zu erlernen. Vielmehr wird  Wert darauf gelegt, die Gefahren frühzeitig zu erkennen, zu vermeiden und diese bewusst zu bewältigen.



 















  

Präventionsprojekt: "Mein Körper gehört mir"

In der Zeit vom 16.02.2016 bis 26.02.2016 fanden in den ersten und zweiten Klassen Projekttage zum Thema: Mein Körper gehört mir statt.
Vorangegangen waren ein Gesamtelternabend und eine Lehrerfortbildung.
Die Kinder konnten in den von Pro Familia durchgeführten Projekttagen über ihren Körper, ihre Gefühle und ihre Stimmungen sprechen.

- Sie erfahren, dass sie auf ihre Gefühle hören dürfen. Denn sie sagen ihnen, ob eine Situation in Ordnung ist oder nicht.
- Sie erfahren, dass alle Kinder das Gefühl brauchen, geliebt und respektiert zu werden und dass  sie, bei den Sachen, die sie betreffen, mitbestimmen dürfen.
- Sie erfahren, dass sie ein Recht auf einen achtsamen und freundlichen Umgang haben, denn es gibt ein Gesetz, in dem steht, dass Kinder ein Recht auf eine gewaltfrei Erziehung haben.
- Sie erfahren, dass sie über ihren Körper selbst bestimmen dürfen und dass sie bei unangenehmen Berührungen, Umarmungen oder Küssen "Nein" sagen dürfen.
- Sie lernen, dass sie ein Recht auf Hilfe haben und sie können sich Hilfe holen.
Denn sich Hilfe holen ist kein Petzen.

Über Rollenspiele, Puzzle und den Gefühlewürfel konnten sich die Kinder auch mit dem Problem "Nein" sagen auseinandersetzen. Insgesamt waren sich die einzelnen Schüler einig, dass sie sich ungezwungen und offen dem Thema "Nein" sagen nähern konnten. Noch in diesem Halbjahr wir Pro Familia für die 3. und 4. Klassen das "Ziggi zeigt Zähne" Projekt durchführen.
Jedes Kind ist anders und alle Kinder sind gleich wichtig und wertvoll.


Astrid Lindgren

Aus der Rede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1978

Jetzt werde ich eine kleine Geschichte erzählen. Ich hörte sie selbst vor langer Zeit, eine alte Dame erzählte sie mir, und ich habe sie niemals vergessen. Sie ging so- wenn ich mich recht erinnere:

 

 Ich war jung zu jener Zeit, als fast alle Kinder oft geschlagen wurden. Man hielt es für nötig, sie zu schlagen, denn sie sollten artig und gehorsam werden. Alle Mütter und Väter sollten ihre Kinder schlagen, sobald sie etwas getan hatten, von dem Mütter und Väter meinten, dass Kinder es nicht tun sollten. Mein kleiner Junge, Johan, war ein artiger und fröhlicher kleiner Kerl, und ich wollte ihn nicht schlagen. Aber eines Tages kam die Nachbarin  zu mir herein und sagte, Johan sei in ihrem Erdbeerbeet gewesen und habe Erdbeeren geklaut, und bekäme er jetzt nicht seine Schläge, würde er wohl ein Dieb bleiben, sein Leben lang. Mit Müttern ist es nun einmal so, dass ihnen Angst und Bange wird, wenn jemand kommt und sich über ihre Kinder beschwert. Und ich dachte: Vielleicht hat sie recht, jetzt muss ich Johan wohl eine Tracht Prügel verpassen.

 

Johan saß da und spielte mit seinen Bausteinen - er war ja damals erst fünf Jahre alt-, als ich kam und sagte, dass er nun Prügel bekäme, und dass er selbst hinaus gehen solle, um eine Rute abzuschneiden.

Johan weinte, als er ging. Ich saß in der Küche und wartete. Es dauerte lange, bis er kam, und weinen tat er noch immer, als er zur Tür herein schlich. Aber eine Rute hatte er keine bei sich.

 

,, Mama “; sagte er schluchzend, ,,ich konnte keine Rute finden, aber hier hast du einen Stein, den du auf mich werfen kannst!“ Er reichte mir einen Stein, den größten, der in seiner Hand Platz fand.

Da begann auch ich zu weinen, denn ich verstand auf einmal, was er sich gedacht hatte: Meine Mama will mir also weh tun, und das kann sie noch besser mit einem Stein.

Ich schämte mich. Und ich nahm ihn in die Arme, wir weinten beide, so viel wir konnten, und ich dachte bei mir, dass ich niemals, niemals mein Kind schlagen würde. Und damit ich es ja nicht vergessen würde, nahm ich den Stein und legte ihn in ein Küchenregal, wo ich ihn jeden Tag sehen konnte, und da lag er so lange, bis Johan groß war. Dieb wurde keiner aus ihm. Das hätte ich gerne meiner Nachbarin erzählen mögen, aber sie war schon lange fortgezogen.“

 

Ja, so sprach die alte Dame, die mir dies alles erzählte, als ich noch sehr jung war. Und ich weiß noch, dass ich mir dachte: Ich werde meine Kinder auch nicht schlagen, sollte ich welche bekommen. Ich bekam zwei Kinder, und ich schlug sie niemals. Trotzdem wurden gute Menschen aus ihnen. Und auch sie schlagen ihre Kinder nicht.

 

Warum erzähle ich das alles? Es sollte ja vom Frieden die Rede sein. Ich glaube, das tut es auch. In gewisser Weise. Immer noch gibt es viele Mütter und Väter auf der Welt, die ihre Kinder schlagen und glauben, das sei gut. Sie meinen, Kinder würden artig und gehorsam durch die Schläge. Aber statt dessen werden sie zu solchen Menschen, die  gerne selber andere schlagen und weiter machen damit, wenn sie groß sind. Denn wie sollte einer, der sich als Kind an die Gewalt gewöhnt hat, zu einem friedlichen Menschen heranwachsen?

 

Und wie soll es Frieden geben in der Welt, wenn es keine friedfertigen Menschen gibt?

Zu Hause, in der Wohnungen, da muss der Friede beginnen. Ich glaube, es wäre gut, wenn ein Stein in den Küchenregalen läge, fast überall auf der Welt, als Erinnerung:

Schluss  mit der Gewalt! Ich kenne eine Menge Staatsmänner und Politiker, die einen solchen Stein auf dem Küchenregal haben sollten. Aber dann würden sie vielleicht bloß die Steine nehmen und hinausgehen und einander die Schädel damit einschlagen.

Denn glaubt man an Gewalt, dann handelt man auch so!

 

,, Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Strafen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“

( §1631 Absatz 2 Bürgerliches Gesetzbuch)

 
   



Dt. Kinderschutzbund Stadt und Landkreis Cuxhaven e.V., Südersteinstraße 26, 27472 Cuxhaven, Tel: 04721 / 6 22 11


Weiter Publikationen finden Sie unter:

http://www.profamilia.de/interaktiv/publikationen/publikationen.html





Die unten dargestellte Arbeitsweise bezieht sich nicht nur auf ein Schulfach. Eine Unterrichtseinheit oder ein Projekt  (Kneipp-Projekt, jahreszeitliche Projekte uvm.) wird in mehreren Fächern wie z.B. Deutsch, Sachunterricht, Musik, Kunst, Textil und Werken thematisiert und bearbeitet. Dies geschieht zum Beispiel im Kunstunterricht:



Häufig werden die Ergebnisse fächerübergreifender Projekte in Form von Ausstellungen und Präsentationen unterschiedlicher Art veröffentlicht.
Es kann z.B. eine Ausstellung im Klassenraum oder in der Aula und in den Fluren der Schule erfolgen.
Möglich sind auch so genannte Schautage, bei denen alle Kinder und auch die Eltern am Nachmittag eingeladen sind, sich die Arbeiten der Kinder anzuschauen. Ein kleines Rahmenprogramm gibt Einblicke in die Arbeitsweise der Schülerinnen und Schüler. Den Eltern wird transparent gemacht, wie man mit Kindern ein Thema von verschiedenen Seiten beleuchten und bewältigen kann.
Unseren Schülerinnen und Schülern zeigen wir auf diese Weise, dass wir alle, Eltern, Lehrkräfte und Mitschülerinnen und Mitschüler aus anderen Klassen, ihre Arbeiten würdigen, denn Ausstellungen oder angefertigte Plakate, Modelle etc. haben nur dann einen Sinn, wenn sie auch angeschaut und begutachtet werden. Das Selbstwertgefühl der Kinder können wir hiermit stärken und sie für neue Aufgaben motivieren.